Schulsozialpädagogik Elternbrief

Schulsozialpädagogik am SSP Meran Obermais

Schuljahr 2020 – 2021

Sehr geehrte Eltern und Erziehungsberechtigte


Ein neues Schuljahr beginnt, mit vielen Neuerungen und Fragezeichen. Die „Corona-Zeit“ hat für uns alle einen Umbruch gebracht. Wir selbst und unsere Familien sind dadurch unterschiedlich schwer belastet. Diese Unsicherheiten und Belastungen wirken auch in unserer Schule.

Als Schulsozialpädagoge sehe ich jetzt noch klarer die Notwendigkeit, eigene Bedürfnisse und Gefühle und die Bedürfnisse und Gefühle meiner Mitmenschen liebevoll zu erforschen, um aufeinander aufpassen und füreinander da sein zu können. Ein reales Risiko ist, dass Menschen die eigene Unsicherheit in Negativität gegenüber Mitmenschen ausdrücken. Das wirkt besonders diskriminierend, wenn eigene „Ängste“ dann einfach auf Mitmenschen abgelassen werden, ohne deren Lebensrealität mitzudenken. „Angst“ darf kein Vorwand sein, um Mitmenschen zu verletzen. Bleiben wir menschlich, bleiben wir intelligent, bleiben wir freundlich und solidarisch!

Wenn es Probleme gibt, braucht es Lösungen und oftmals Begleitung dahin. 
Wo es Konflikte gibt braucht es Konfliktarbeit, um aus Konflikten lernen und daran wachsen zu können. Heuer muss ich meine Arbeit teilweise auch neu strukturieren. Altbewährtes funktioniert jetzt mitunter nicht mehr oder muss an neue Situationen angepasst werden.

Beratung und Begleitungist nach wie vor ein Kernbereich meiner Arbeit:

- Melden Sie sich als Eltern/Erziehungsberechtigte direkt bei mir, wenn Sie Fragen haben, welche das Wohlbefinden ihrer Kinder / unserer Schüler*innen betrifft. 
- Ihre Kinder / unsere Schüler*innen können sich auch direkt bei mir melden. Ermutigen Sie sie bei Bedarf, das auch zu tun. Oder sich sonst Beratung zu holen. Jedenfalls mit den Thema nicht allein zu bleiben, sondern sie mitzuteilen und sich begleiten zu lassen.
- Heuer werde ich jedenfalls verschiedene Beratungswege anbieten: Beratung bei mir im Büro, an den Schulstellen unseres Sprengels oder an sonst einem passenden Ort, den wir vereinbaren. Zudem biete ich auch Telefon- und Videoberatung an, womit ich in der Zeit der „Ausgangssperre“ auch schon Erfahrungen machen konnte.


Zudem werde ich heuer voraussichtlich mehr Elternabende zum themenbezogenen Austauschorganisieren, zur gemeinsamen Fortbildung, zum Stärken von Solidarität.

Ansonsten freue ich mich auch wieder darauf, direkt mit unseren Schüler*innen arbeiten zu dürfen, mit Projektunterricht und in der Begleitung diverser Projekte der Schulsozialarbeit.

Ihren Kindern / unseren Schüler*innen, aber auch uns allen wünsche ich ein wunderschönes Schuljahr in dem wir Positivität üben, füreinander da sind und lernen, aus Herausforderungen gemeinsam zu lernen.


Mit freundlichen Grüßen


Ivo Passler

Schulsozialpädagoge SSP Meran Obermais
Tel. +39 331 3153103 
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Mobbing-Prävention

Mobbingprävention ist an unseren Schulen immer schon wichtig. In jeder Gruppe besteht Mobbing-Risiko, und wir müssen nachhaltig daran arbeiten, unsere Gruppendynamiken heilsam zu gestalten, um Mobbing vorzubeugen und bei Bedarf gezielt gegen Mobbingdynamiken vorzugehen.
Heuer bekommt das Thema neue Dimensionen. Machen wir im Rahmen der Mobbing-Präventionsarbeit ein Rollenspiel. Nehmen Sie sich Zeit, dieses Szenario durchzuspielen:
Ihr Kind wird positiv auf COVID-19 getestet. Nicht nur ihr Kind, sondern die gesamte Schulklasse ihres Kindes muss jetzt in Quarantäne.

- Wie könnten die Familien der Mitschüler*innen auf diese Situation reagieren?
- Welche Reaktion wäre Ihnen am liebsten?

Antworten Sie auf diese Fragen womöglich auch schriftlich, machen Sie sich dazu Ihre Notizen. Gerne können Sie mir die Antworten auf die Fragen, besonders auch auf die zweite Frage, via Email zuschicken. Ich werde sie dann anonymisiert in einen weiteren Brief zur Mobbingprävention einarbeiten.
Haben Sie das Gedankenspiel durchgemacht und sich dafür eingehend Zeit genommen? Dann drehen wir die Situation jetzt um.

Ein*e Mitschüler*in Ihres Kindes wird positiv auf COVID-19 getestet. Nicht nur das Kind, sondern die gesamte Schulklasse muss jetzt in Quarantäne.

- Wie werden Sie in der Situation reagieren? Wie wird Ihre Reaktion auf die Situation des positiv getesteten Kindes wirken?
- Welchen Unterschied machen dabei persönliche Sympathien und Beziehungen zwischen den Familien, aber auch Verhältnisse von Geschlecht/soziale Klasse/ethnische oder sprachliche Identität usw.? 
- Wie möchten Sie reagieren? Was nehmen Sie sich vor?


Kontakt-Arbeit

Wir lernen in Beziehungen. In Beziehung zu anderen Menschen spüren wir uns, spiegeln wir uns, dadurch entwickeln wir unser Mensch-Sein. In Berührung mit Dingen, Materialien, Objekten, Wesen nehmen wir uns selbst wahr, formen wir unsere Fähigkeiten und Charakterzüge. Durch die CORONA-Präventionsauflagen müssen heuer die Möglichkeiten der Beziehungsarbeit in der Schule neu ausgelotet und aufgebaut werden. Bewegungsmöglichkeiten werden eingeschränkt, dadurch auch Kontaktmöglichkeiten. Wenngleich an der Schule bestmöglich investiert wird, um diese Einschränkungen auszugleichen, so ist jedenfalls auch das Zusammenspiel mit den Familien gefordert, um die Wichtigkeit von positivem, gewaltfreiem Kontakt und Berührung zu Erkennen und unsere Kinder dementsprechend zu fördern. Sonst passiert es, dass sich besonders auch soziale gesellschaftliche Gräben vertiefen. Denn die Schule ist ja ein Ort, wo sich Kinder verschiedener Gesellschaftsgruppen treffen und miteinander in Kontakt gehen. Auch Menschen, die sonst vielleicht gar nie persönlich in positiven Austausch kommen würden, die sich kaum grüßen würden, keine positiven Kontaktflächen miteinander hätten. Wenn wir den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt stärken wollen, dann müssen wir besonders auch jetzt bewusst darin investieren, dass positiver Kontakt weiterhin entstehen kann, in und außerhalb von Schule. Kontakt, der gesellschaftliche Gräben überwindet. Dazu müssen wir gemeinsam kreativ sein.


Melden Sie sich bei Bedarf oder bei Interesse bei mir, um diese und andere Themen der Schulsozialarbeit zu vertiefen!

Ivo Passler

Schulsozialpädagoge SSP Meran Obermais
Tel. +39 331 3153103 
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!